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Singlefrau: warum ich ehrlich keinen Mann brauche!

Ich habe mir das Leben als Singlefrau im Jahr 2009 selbst ausgesucht, warte nicht auf den Richtigen und ich habe auch nicht einfach resigniert.

Fakt ist: ich BRAUCHE einfach keinen Mann und habe eigentlich nie einen gebraucht. Und ich verwende absichtlich dieses Wort.

Vielleicht denkst du dir jetzt: Wieder so eine, die sagt, dass sie keinen Mann braucht, aber sich insgeheim nach dem Traumprinzen sehnt. Manches wird dir nach dem Lesen dieses Beitrages klarer erscheinen. Und wenn nicht, ist es auch okay. 

Ich werde nicht die hundertste Liste schreiben, warum das Leben als Singlefrau besser ist, als eine Partnerschaft zu haben. Genauso schlimm wäre es, wenn ein Elternteil darüber schreibt, dass es besser ist, einen Sohn zu haben anstatt einer Tochter.

Es geht nicht darum, welches Lebenskonzept besser oder schlechter ist.

Es geht darum, dass das eine Lebenskonzept dem anderen gleichwertig ist. Sofern du es selbst gewählt hast und du keinen Leidensdruck verspürst.

Ich möchte dir einen Einblick geben, warum ich nicht den einen Menschen in meinem Leben brauche, der alle meine Bedürfnisse erfüllt. Weil meine Bedürfnisse durch mehrere Menschen erfüllt werden.

Ich bin nicht allein mit meinem Alleinsein

Da ist Carina, die ständig damit konfrontiert wird, dass sie der Liebe davonläuft.

Sinah, die nicht mehr hören will, dass sie sich endlich ein Partner suchen soll.

Aleksandra, die sich fragt, warum Singlestatus immer Einsamkeit bedeuten muss.

Paula, der die Menschen unterstellen, das Singleleben sei langweilig oder sogar gefährlich!

Als Singlefrau muss man sich oft rechtfertigen

Lustig, dass das Lebenskonzept Singlefrau so spannend für andere Menschen ist. Weil es einfach immer noch „komisch“ ist, als Frau allein zu sein.

Und bemerkenswert, dass wir Singlefrauen uns selbst so viele Gedanken über dieses Thema machen (müssen).

Ich empfinde es manchmal so, als würde mein Gegenüber auf die Offenbarung warten, dass ich tieftraurig bin, weil ich (noch) keinen Freund habe.

Oder ich begegne Menschen, die mir versichern, dass der Richtige schon noch kommen würde. Da haben sie fast schon Tränen in den Augen aus Mitleid.

Oder Männer, die fragen, warum denn eine Frau wie ich denn keinen Freund oder Mann hat.

Was ist denn bitte eine „Frau wie ich“?

Mein Bruder sorgte auf einer Familienfeier für Lacher als er sagte: „Jaja, jetzt tut sie so cool. Und wie sie dann darin aufgehen würde, wenn sie für einen kochen und putzen kann.“ In solchen Situationen – auch wenn ich mitlachte und keine Spaßverderberin sein wollte – wird mir schmerzlich bewusst: Selbst nahestehende Menschen glauben, dass sie mich besser kennen als ich mich selbst. Weil ich mein Leben so führen sollte, wie es die gesellschaftliche Ordnung verlangt und jede Abweichung davon unverständlich und irritierend ist.

Ich möchte richtig verstanden werden. Die Entscheidung für ein Leben als Single ist eine individuelle Entscheidung. Damit will ich sagen, dass es nicht im Allgemeinen so ist, dass eine Frau keinen Mann „braucht“. Geborene Familienfrauen werden sich ein Leben ohne Mann und Kinder nicht vorstellen können. Wenn solche Frauen sich ihren Traum nicht erfüllen können, wird ihnen etwas fehlen. Oder sie werden sich bei Nichterfüllung gut arrangieren müssen.

Jede Frau braucht doch einen Mann. Das war schon immer so.

Dass es immer mehr Singles gibt, liegt, glaube ich, nicht daran, dass sich die Menschen geändert haben. Sondern eher die Umstände. Ich denke, dass es schon immer Menschen gab, die emotional keine Partnerschaft brauchten. Und dass es schlicht für die Aufzucht des Nachwuchses vonnöten war.

Wäre ich in diesen früheren Zeiten aufgewachsen, hätte ich selbstverständlich einen Partner gebraucht. Es hätte auch gar keine Diskussion darum gegeben, ob ich Mann und Kinder will. Ich wäre schwanger geworden und hätte mich schließlich dem Ganzen gefügt.

Und ja – vielleicht hätte mir das Leben als Ehefrau und Mutter auch gefallen!

Heute habe ich die Wahl. Und will mich nicht aktiv dafür entscheiden. Weder für einen Partner oder Mann, noch für eine Familie.

Ich brauche natürlich, wie alle anderen Menschen auf der Welt, Liebe, Aufmerksamkeit, geistige und körperliche Nähe und Zärtlichkeiten.

Ich brauche nur nicht den einen Mann für das alles.

Zu zweit ist alles einfach schöner!

Für viele Menschen ist es das. Für mich nicht.

Als Singlefrau werde ich oft gefragt, ob ich denn nicht viel lieber zu zweit fernsehen will. Oder ob ich nachts im Bett nicht einsam bin und mich nach jemandem sehne.

Fernsehen ist so ziemlich das Allerletzte, was ich zu zweit machen will und ich genieße die Zeit alleine auf der Couch unglaublich.

Wenn ich von einem anstrengenden Tag nach Hause in meine Wohnung – mein Heiligtum, mein Nest, meine Oase – komme, möchte ich einfach nur meine Ruhe. Die Vorstellung, dass jemand auf mich wartet oder nach mir nach Hause kommt und etwas von mir will, ist richtig schlimm.

Und ja, das Bett. Ein Kapitel, das auch berücksichtigt werden muss.

Singlefrau und Sex

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Thema als Singlefrau anzugehen.

Die Garantie auf Sex ist jedenfalls für mich kein Grund, eine Beziehung einzugehen. Ich kenne Paare, die feiern öfter Weihnachten und Ostern im Jahr, als dass sie miteinander schlafen.

One Night Stands sind eher für die Zeit, wenn man noch jung oder viel im Nachtleben unterwegs ist, würde ich sagen. Oder beides. Und funktionieren wunderbar in Verbindung mit Alkohol. Sie sind aber meiner Erfahrung nach nicht wirklich erfüllend.

Ich bevorzuge vorwiegend Enthaltsamkeit. Oder Varianten, bei denen man sich kennenlernen und Vertrauen aufbauen kann. Freundschaft plus, Romanzen und wie sie alle heißen.

(Für etwas mutigere und offene Frauen: In diesem Artikel findest du die besten Tipps zum Casual Dating als Frau – also für den Fall, wenn du mal unkompliziert Spaß haben möchtest.)

Dauersingles sind beziehungsunfähig

Das mag sein. Ich bin der Meinung, dass man schon ein gewisser Typ Mensch sein muss, um ein „erfolgreiches“ Singleleben führen zu können. Eher einzelgängerisch. Das gilt vielleicht nicht für die Allgemeinheit, aber auf mich trifft es zu.

Dazu bin ich introvertiert und schüchtern. (Meine Lieblings- und Herzensmenschen fallen bei diesen Aussagen wohl gerade lachend vom Stuhl.) Ob diese Eigenschaften zu Beziehungsunfähigkeit beitragen, weiß ich nicht.

Es ist mir aber auch egal. Für mich fühlt sich das Leben ohne romantische Partnerschaft gut an. Platonische, langjährige Beziehungen habe ich genug, was mir zeigt, dass ich nicht grundsätzlich bindungsunfähig bin.

Frauen wollen keinen Partner mehr, weil sie enttäuscht worden sind

Ich mag Männer sehr gerne und habe, denke ich, keine Vertrauensprobleme oder Bindungsangst, wie es einer Singlefrau oft unterstellt wird. 

Diesen Punkt möchte ich trotzdem nicht komplett ausschließen. Es gibt bestimmt manche Frauen, denen ein Mann so wehgetan hat, dass sie gar keinen Partner mehr wollen.

Ich war von meinem 16. bis zu meinem 25. Lebensjahr fast durchgehend in Beziehungen und von der großen Liebe über nett bis hin zu toxisch war alles dabei. Richtig enttäuscht fühlte ich, bis auf den ersten Liebeskummer mit 20. Klar hatte ich danach genug von den Männern. Aber auch der schlimmste Liebeskummer geht irgendwann vorbei.

Der Hauptgrund, warum ich irgendwann aufgehört habe, Partnerschaften einzugehen, war der, dass sie mich einfach nicht erfüllten. Und dass ich mich ständig nach Freiheit sehnte und eine Beziehung eher „praktisch“ und gesellschaftlich notwendig war.

Liebe und Nähe

Wo holt man sich denn die Liebe, wenn man keinen Partner hat?

Für mich ist Liebe viel mehr als nur Sache zwischen Mann und Frau.

Auch Singles können Liebe empfinden. Ich fühle pure Liebe, wenn ich mit Lieblingsmenschen in ein tiefgründiges Gespräch abtauchen kann. Wenn ich mit meiner Katze kuschle. In meinem Elternhaus bin. Ich bin von Liebe und Kraft erfüllt, wenn ich an schönen Orten in der Natur bin. An meinem Lieblingsbach zum Beispiel, an dem wir die Bilder für meinen Blog geshootet haben oder irgendwo, wo es ganz still und grün ist.

Liebe ist also für mich nicht etwas, was mir ein anderer Mensch aktiv gibt, indem er mir sagt, dass er mich liebt. Zu oft werden diese Worte auch achtlos ausgesprochen und kommen nicht von Herzen. Liebe ist für mich keine Handlung.

Liebe ist ein Gefühl und Liebe besteht nicht aus leeren Phrasen. Es ist für mich ein Zustand, in dem ich vollkommen erfüllt bin, indem ich gerade etwas tue oder einfach nur sein darf.

Wenn du das verstehst, fühlst du dich nie wieder ungeliebt.

Die romantische Liebe

Natürlich kommt  es vor, dass ich mich verliebe, wenn auch ausgesprochen selten.

In den letzten Jahren waren die Gefühle aber nie so stark oder der Mann besonders genug, dass ich dafür mein Singleleben aufgegeben hätte.

Es ist in etwa mit diesem Szenario vergleichbar: Stell dir vor, du bist in einer glücklichen Beziehung und liebst deinen Partner. Dann verguckst du dich ein bisschen in einen anderen.

Würdest du jetzt mit deinem Partner Schluss machen?

In meinem Fall ist meine wichtigste Partnerschaft die Beziehung zu mir selbst. Ich bin mir treu und achte darauf, was mir gut tut und darauf, dass ich glücklich bin. Und bei all dem ist es mir auch wichtig, frei zu sein. Warum das also für ein Strohfeuer aufgeben?

Die Romantik brauche ich nicht so sehr. Kuschelmusik finde ich kitschig und Heiratsanträge in der Öffentlichkeit peinlich. Sonnenuntergänge genieße ich sehr gern auch alleine.

(Edit im Jahr 2021: Dass ich Romantik allgemein nicht mag, würde ich heute so nicht mehr unterschreiben.)

Das Thema Kinder

Menschen sind oftmals sehr betroffen, wenn sie hören, dass eine Frau keine Kinder will.

Kinder sind für mich auf jeden Fall ein Argument, eine Partnerschaft einzugehen. Als Kind dachte ich, ich werde einmal Mama sein. Mit 16 dachte ich, dass ich mit 25 Kinder bekommen werde.

Heute bin ich 34 (Stand: 2016) und ich habe noch immer keinen Kinderwunsch. Ich höre auch meine innere Uhr nicht ticken.

Was wäre für mich nun die Lösung? Trotzdem ein Kind bekommen und dann hoffen, dass mich die Mutterschaft automatisch glücklich machen wird?

Einen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen? Das will ich nicht. Dann kämpfe ich lieber dafür, dass andere Frauen, die in der Mutterschaft aufgehen, bessere Bedingungen haben und mehr Kinder haben können, sofern sie es wollen.

Männer und flirten

Ich rede gerne mit Männern, ich bin gerne mit Männern zusammen und ich flirte auch gerne mit ihnen.

Dafür eignen sich Dating-Apps oder einfach mal weggehen bestens. Hier ist alles drin, von ein bisschen schäkern bis hin zu tiefgründigen Gesprächen. Alle diese Formen und den Austausch mit Männern genieße ich sehr.

Eine Partnerschaft – für immer ausgeschlossen?

Ich bin immer offen für Menschen, die mein Leben bereichern.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich mich jemals für einen Menschen und eine Partnerschaft entscheiden würde, wenn er mein Leben noch schöner machen könnte.

Es ist nur gerade absolut undenkbar, dass ein einziger Mensch dies längerfristig schafft und ich dafür meine Freiheiten aufgebe.

Eben, weil ich im Moment alles habe, was ich will, brauche und rundum sehr glücklich bin.

Ob ich im Alter dann alleine sein will?

 Für viele ist es das Horrorszenario schlechthin.

Ein kleines Häuschen am Land, ein paar Tiere.

Ein Garten.

Sich nicht darum kümmern, was die Leute sagen und ein bisschen kauzig sein.

Im Ruhestand im Schaukelstuhl sitzen, lesend, mit einer der Katzen am Schoß.

Wenn ich an dieses Bild denke, bin ich selig.

Als verrückte, alte Katzenfrau enden.

Meinem Lebenstraum kommt das sehr, sehr nahe.


 

Edit im August 2019

Vielen lieben Dank für all eure Reaktionen und Kommentare! 

Ich habe mir nie träumen lassen, was dieser Beitrag erreicht hat. Er ist bei Edition F gelandet und wird dort immer wieder geteilt, er wird häufig kommentiert und vereinzelt erreichen mich noch immer E-Mails von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind oder die sich für meinen derzeitigen Status interessieren.

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Ich bin noch immer Singlefrau und genieße mein Leben in vollen Zügen. Im Januar 2019 habe ich mich als Blogcoach selbstständig gemacht und seither noch weniger Zeit bzw. Energie für Liebe und Romantik. 

Als ich im Frühjahr 2019 einen Bandscheibenvorfall hatte und mehrere Monate außer Gefecht und sehr hilflos war, dachte ich, wie praktisch es doch wäre, eine Beziehung zu haben und einen Mann, der unterstützt. Nachdem ich wieder fit war, waren diese Gedanken auch wieder im Hintergrund. 

Will ich wirklich für immer Single bleiben?

Meine Antwort darauf lautet aus heutiger Sicht: Mein Leben ist momentan schön und überwiegend erfüllt. Ich plane keine Partnerschaft, ich schließe aber auch nichts aus.

Noch vor drei, vier Jahren, wäre eine feste Bindung zu einem Mann komplett unmöglich für mich gewesen. Mittlerweile habe ich jedoch wieder viele Menschen kennengelernt, mit verschiedenen Beziehungskonzepten. Angefangen von der Fernbeziehung bis hin zu getrennten Wohnungen oder Schlafzimmern. 

Sollte jemand in mein Leben treten, ohne den ich nicht mehr leben will, werde ich weitersehen. Ich verschließe mich nicht. Vielleicht treten ja auch mehrere Menschen in mein Leben – niemand weiß es. 🙂 Was ich weiß: Es wäre wohl keine konventionelle Beziehung. 

Ich binde meinen Beziehungsstatus niemandem auf die Nase und gehe mit meinem Konzept nicht hausieren. Auch übe ich keine Kritik an anderen Konzepten.

Mir ist es einzig und allein wichtig, damit in Frieden gelassen zu werden. Und es berührt mich nicht, wenn andere diese Lebensart nicht nachvollziehen können, solange es sich für mich richtig anfühlt

Meine Reise zu mir selbst

Zu mir zu finden und herauszufinden, was ich will, hat viele lange Jahre gedauert. Ich habe mit ungefähr 25 Jahren angefangen, mich mit meiner Persönlichkeit auseinanderzusetzen und an mir zu arbeiten. Mich mit mir anzufreunden. Das war ungefähr zu dem Zeitpunkt, als ich meine letzte Beziehung beendete. 

Das hat mir letztlich auch geholfen, zu meinem Lebenskonzept zu stehen und darüber so offen schreiben zu können. 

Ich danke jeder/m Einzelnen von euch für all eure Reaktionen und Kommentare, für jedes Teilen und Liken, für jedes einzelne Wort.

Eure Pipa

Literaturtipps für Interessierte

Mein erstes Buch, dass annähernd mit dem Thema zu tun hat war „Yoga. Kraft für die Seele„*. Meine Mama schenkte es mir um meinen 20. Geburtstag herum, als es mir sehr schlecht ging (erster Liebeskummer!). Ich las es erst viele Jahre später. In einem Kapitel steht sinngemäß, dass einen selbst nicht das ausmacht, was andere sehen oder einem zuschreiben. Das war für mich sehr augenöffnend und ich denke, das war der Beginn der Entdeckungsreise zu mir selbst. 

Was mir außerdem geholfen hat, war der Feminismus. Er hat mir geholfen, frei zu sein und die absolute Gewissheit zu entwickeln auch als Frau alleine einen hohen Wert in der Gesellschaft zu haben. Der Feminismus hat es mir persönlich ermöglicht, aus starren Rollenbildern auszubrechen.

Ich habe viele weitere teilweise spirituelle Bücher gelesen, die mir geholfen haben, meine jetzige Standfestigkeit und Stärke zu entwickeln und einige möchte ich hier anführen, denn ich denke, sie können vielleicht auch der einen oder anderen unter euch weiterhelfen.

 

Hinweis für Kommentare: Dies ist meine persönliche Geschichte zu meinem Lebenskonzept.  Ich freue mich über einen Austausch in den Kommentaren.

Themenrelevante Kommentare sind sehr gerne gesehen. Kommentare, die ein anderes Thema behandeln oder gegen meine Werte (Höflichkeit, Respekt) verstoßen, werden nicht freigegeben und gelöscht.

Beitragsbild: Daniela Vallant Fotografie

105 Kommentare zu “Singlefrau: warum ich ehrlich keinen Mann brauche!

  1. Toller Beitrag.

    Ich bin ziemlich in allen Punkten schon seit Jahren für mich genau dieser Überzeug.
    Dieses Lebensgefühl.
    Ich denke und empfinde genauso.

    Und das zu lesen, hat noch mal bestätigt das ich genau das will. Und es so bleiben soll.

    Liebe Grüße xanna

  2. Ich bin w23, aktuell in meiner zweiten 3jährigen-Beziehung und gerade selber am Nachdenken, ob das klassische Konzept einer Beziehung überhaupt zu mir passt. Wie du schließe ich eine spätere Partnerschaft nicht vollkommen aus – man weiß ja nie. Und ich habe auch nie schlechte Erfahrungen in einer Beziehung gemacht. Im Gegenteil, die beiden Beziehungen die ich hatte/habe waren/sind im Prinzip recht „perfekt“. Ich bin aktuell allerdings nur noch in einer Partnerschaft, weil ich dachte, wenn man sich mag, sehr gerne Zeit miteinander verbringt und sich beide Mühe geben, ist das ja letztlich vielleicht doch was für mich. Ich wollte dem ganzen über einen längeren Zeitraum einfach eine Chance geben. Allerdings merke ich, dass mir die Beziehung eigentlich nichts gibt, bis auf die gute Freundschaft, die ich zu meinem Partner habe – nur könnte es sich dann genauso gut auf eine freundschaftliche Ebene beschränken. Dementsprechend bin ich auch nicht bereit, große Kompromisse einzugehen (z.B. in Bezug auf den zukünftigen Wohnort o.ä.). Ich habe schlichtweg keine Bedürfnisse, die ein Partner erfüllen könnte – selbst wenn er wollte. Ich bin einfach vollkommen mit mir selbst und guten Freunden zufrieden. Darin hat mich dein Text bestätigt, sodass ich mich nicht mehr vollkommen seltsam damit fühle. Danke dafür!

  3. Als Single kann man sicherlich auch glücklich sein, aber die Partnerschaft schafft durch den Austausch ein viel höheres Zufriedenheitslevel. Es ist schön, dass den Frauen Mut gemacht wird, auch wenn ich befürchte, dass sich hier viele Frauen tummeln, die teilweise schlechte Erfahrungen mit Männern gesammelt haben. Dies hier nun nutzen um ein Gefühl der Unabhängigkeit wiederzuerlangen. Das ist partout nicht verwerflich. Es sollte nur nicht soweit gehen, dass man sich hierdurch eine legitime Barriere auferlegt und sich der Partnerschaft komplett abwendet. In einer idealen Beziehung gibt es ein deckendes Nähe-Distanz Bedürfnis, dass den Partner auch Freiraum zur Selbstentfaltung bietet. Einen solchen Partner zu finden ist bestimmt nicht einfach, aber ich habe das Gefühl, dass die Pipa bei einem richtigen Partner anders darüber denkt. 25 ist ja noch kein Alter. Als Hilfestellung um sein Selbstwertgefühl im Single Dasein aufzubessern sind solche Gedanken sicherlich nicht verkehrt.

    • Sehe ich ganz genauso und ich denke auch immer wieder drüber nach – ist das jetzt schon Selbstschutz oder ist das Freiheitsgefühl momentan einfach noch zu wichtig? Deswegen habe ich den Artikel auch nachträglich editiert, mittlerweile ist eine Partnerschaft auch wieder vorstellbar obwohl ich es mir in der Praxis nun auch wieder nicht vorstellen kann. 😀 Aber ich schließe nichts aus! Die Quintessenz sollte einfach nur sein, dass Singledasein genauso ein legitimes Lebenskonzept sein darf und nicht nur das „Hinwarten auf den Richtigen“. Und ich bin 36, nicht 25! 🙂

      • John Rodriguez

        Liebe Pipa, ich finde das total mutig und absolut ehrlich von dir, so zu deinem Single-Dasein zu stehen – ohne jeglichen Druck. Frei gewählt. Das sage ich, weil ich mich immer extrem unter Druck gesetzt habe, das Ideal der Familie mit Kindern (das meine Eltern vorgelebt haben) zu verwirklichen. Doch zu meinem Leben hat es laut meinen eigenen Erfahrungen (bisher) nicht gepasst. Es hat sich ein freierer Lebensstil entwickelt. Man sollte nicht das „gebrannte Kind“ sein und nichts ausschließen! Den Gedanken finde ich schön. Ganz liebe Grüße aus Regensburg von R. (männlich, 45 Jahre alt)

  4. Hallo liebe Ladys, zum Glück gibt es euch und ich fühle mich nicht wie ein Alien nur weil ich mein Single Dasein liebe und keine faulen Kompromisse mehr eingehen muss. Ich kann nur jedes einzelne Wort von diesem Beitrag bestätigen,toll das es euch gibt.

    LG Eva

  5. Hallo Pipa,

    wie viele Artikel zum Thema „Ich will keine Beziehung – ist das ok/normal?“ habe ich in der letzten Zeit gelesen, aber deiner (und auch all die Kommentare) bringt alle meine Gedanken auf den Punkt. Du hast deine Worte wirklich wunderbar gewählt! Und tust mit ihnen ganz sicher vielen Frauen sehr gut, für die sich deine Worte wie Balsam anfühlen.

    Ich habe mittlerweile ja den Eindruck, dass es normal ist, sich ab einem gewissen Alter (ich bin 33) Gedanken zu machen bezüglich „bin ich jetzt komisch, weil ich Single bin und sein will?“ … Und man landet automatisch bei der Frage: Soll ich mich ändern, um den anderen, der Gesellschaft, zu gefallen / meine Ruhe vor ständigen schrägen Blicken zu haben, oder bleibe ich dabei, mein Ding durchzuziehen, das mich ja glücklich macht (weil sonst hätte ich ja schon längst etwas daran geändert), und lasse alle Blicke an mir abprallen?

    Es ist (zum Glück!!!) nicht so, dass mir ständig Leute/Bekannte/Familie/Freunde in den Ohren liegen von wegen wie „abwegig“ ich lebe und warum ich so leben will, aber ich habe manchmal (das hängt von meiner Tagesform ab) unterbewusst das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen – dafür, mit 33 weder Beziehung noch Kind/Kinder zu haben. Und da meint man, man lebt in einer ach so toleranten Zeit …

    Es soll doch bitte jeder so leben, wie er will, fertig! Für mich kommt es nicht infrage, mich zu binden (zumindest nicht an einen Menschen, dazu gleich mehr), aber deswegen mache ich Menschen in einer Beziehung doch auch nicht deren Beziehungen madig, nur weil das Lebenskonzept Beziehung eben nicht mit meinem Lebenskonzept konform geht. Und andersherum erwarte ich dann aber dasselbe. Und wenn sich Menschen nicht vorstellen können, dass man auch als Single glücklich, sogar sehr glücklich sein kann, dann vielleicht deshalb, weil sie noch nie länger Single waren und nicht wissen, wie es ist, sich und seine Leidenschaften voll ausleben zu können.

    Ich habe in den letzten sechs Jahren fünf Romane geschrieben (geschrieben habe ich schon immer, früher aber eher kürzere Poetry-Texte) und sitze seit drei Jahren Tag für Tag, Wochenende für Wochenende, Urlaub für Urlaub an meinem sechsten Roman, der mittlerweile 8.000 Seiten umfasst, es ist ein Rausch, es ist Liebe, mir sind die Personen in diesem Roman teils näher als reale Personen, jede meiner freien Minute stecke ich in mein Schreiben. Ich genieße es, Zeit mit diesen Personen zu verbringen, sie Zeile für Zeile besser kennenzulernen, all meine Zeit und Hingabe geht fürs Schreiben drauf und ich weiß, dass ich ohne das Schreiben nicht leben könnte beziehungsweise leben wollen würde, niemals! Das ist meine Art von Beziehung, weil alle Merkmale einer Beziehung aufs Schreiben zutreffen: Ich liebe das Schreiben, verbringe all meine Zeit damit, es ist immer für mich da, gibt mir Halt, macht mich glücklich.

    Ich bin so froh, dass mein Glück nicht von einem Menschen abhängig ist. Ich bin froh, mich zu trauen, mein Leben so zu leben und zu gestalten, wie es mich erfüllt und nicht andere! Und ich möchte es nicht missen, etwas so Verlässliches, jeden Tag aufs Neue Berauschendes wie meine Kreativität zu haben, das mich erfüllt. Mit einer Beziehung hätte ich, glaube ich, nicht die Zeit und Ruhe gefunden für ein 8.000-Seiten-Werk, das noch lange nicht fertig ist. Vielleicht schreibe ich auch in zehn Jahren noch an diesem Werk, na und? 🙂

    Also, Single-Ladys, lasst euch nichts einreden, lasst euch nicht verbiegen, lieber eines Tages auf ein Leben zurückblicken, das genau so war wie von euch gewünscht, als so wie von allen erwartet, dafür aber fad und eigentlich nicht euer Ding!

    Und danke an dich, Pipa, für deine wunderbare Seite hier mit all den wunderbaren Sichten auf bestimmte Themen!

    Grüße

    Anny

    • Hallo Anny, danke für deinen wunderschönen Kommentar! Da sehe ich auch gerade etwas, was mir bisher noch nicht so aufgefallen ist … Dass das Leben sehr von Kunst oder etwas Schöpferischem (wie dem Schreiben) bestimmt ist und viel Liebe dahin geht. Ich denke, das könnte auch bei mir mit ein Grund sein, warum ich den Einen nicht brauche. Obwohl ich mir seit diesem Jahr wieder langsam vorstellen kann, meine Gefühle auch zu „teilen“. 😀

      Jedenfalls freue ich mich sehr für dich, dass du da so ein Werk geschaffen hast – vielleicht sieht die Außenwelt ja doch bald etwas davon? – Sag dann bitte auf jeden Fall Bescheid!!! 🙂

      • Na das hört sich doch schön an, wenn Gefühleteilen vielleicht doch wieder auf dem Programm steht! Ich wünsche mir für dich, dass der Mann dann vollumfänglich zu schätzen weiß, was für eine wunderbare, außergewöhnliche Frau ihn da an ihrem Leben teilhaben lässt …

        Man soll ja nie nie sagen … wer weiß, wen ich morgen kennenlerne. Aber man sollte auch nie krampfhaft und auf puren Wunsch anderer Leute ein winning team – sein Leben, das so, wie es ist, super funktioniert – ändern.

        Bis jetzt genieße ich es, meine Kreativität/Kunst für mich allein zu haben. Früher ganz am Anfang hatte ich auch den Drang, möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen, aber wenn ich nur für mich schreibe, schreibe ich ganz anders und viel befreiter und ehrlicher als wenn ich im Hinterkopf habe, dass ich es veröffentliche. Falls sich daran aber etwas ändert, lasse ich es dich und die Welt wissen 🙂

        Ganz liebe Grüße und danke für den tollen Austausch!

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