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Verhüten ohne Hormone: Schutz nach dem Absetzen der Pille

Verhüten ohne Hormone: Die Methoden und meine persönliche Meinung

Immer weniger Frauen wollen hormonell verhüten.

Auch ich habe vor Jahren die Pille abgesetzt.

Mein Leben hat sich seither drastisch verändert. Meine persönliche Geschichte kannst du in diesem Artikel nachlesen: Warum ich mich nach dem Pille absetzen erst richtig als Frau fühlte

Doch dann stellt sich erst einmal die Frage: Und wie verhüte ich jetzt ohne Hormone?

Ich habe mich in den letzten Jahren intensiv mit den verschiedenen natürlichen Verhütungsmethoden auseinandergesetzt und zahlreiche Blogs (z. B. We are the Ladies, myNFP) und Bücher (Empfehlungen weiter unten) gewälzt.

Da ich keine feste Beziehung habe, kommt für mich kein anderes Verhütungsmittel außer das Kondom in Frage. Trotzdem gibt es mir Sicherheit, zu wissen, wo im Zyklus ich gerade unterwegs bin, sollte einmal eine Verhütungspanne passieren. 

Zyklus und Periode nach der Pille – meine Erfahrungen

Ich habe Ende 2012 die Pille abgesetzt. Mit der Periode hatte ich keine gröberen Probleme, sie kam in halbwegs regelmäßigen Abständen. 2015 nahm ich noch einmal für 2-3 Monate die Pille (eine andere als davor), danach war der Zyklus komplett durcheinander. Vor allem die Schmierblutungen machten mir zu schaffen, die teilweise schon bis zu 10 Tage vor der Periode einsetzten. Aus Sicht meiner damaligen Frauenärztin war alles in Ordnung.

Es hat etwas gedauert aber die Geduld hat sich gelohnt. Meine Periode kommt mittlerweile fast auf den Tag genau alle 27 Tage. Um sie zu tracken, nutze ich diese kostenlose Zyklus-App.

Außerdem hatte ich nach dem Absetzen der Pille kaum Schmerzen. Ich weiß aber auch nicht mehr genau, ob ich als Teenager unter extremen Bauchkrämpfen während der Periode litt.

Warum ich meine Periode kaum spüre und sie in 2-3 Tagen vorbei ist, liegt übrigens auch an meiner Menstruationstasse*, die ich seit ein paar Jahren besitze. Bei Tampons hatte ich oft das Gefühl, dass sie gegen meine Gebärmutter drückten und so stechende Schmerzen verursachten. Mit der Tasse bekomme ich oft gar nicht mehr richtig mit, dass ich die Tage habe. 

Wenn du dich für eine Tasse entscheidest, darfst du natürlich kein Problem mit Blut haben oder damit, in deine Vagina zu fassen. Für mich persönlich sind das natürliche Prozesse, die mich überhaupt nicht abschrecken, ich finde es eher interessant.

Zyklusbeobachtung: den eigenen Körper kennenlernen

Wie schon in meinem Artikel zum Thema Pille absetzen beschrieben, hat sich mein Leben ohne Hormonzufuhr radikal geändert. Vor allem mein Körperbewusstsein, meine Stimmung und meine Empfindungen beim Sex waren total anders und neu.

Ich hatte richtig Lust darauf, meinen Körper kennenzulernen und wollte mich auch mit meinem Zyklus auseinandersetzen.

Deshalb holte ich mir erst einmal ein Basalthermometer aus der Apotheke und kaufte die NFP-App (unbezahlte Werbung), um meinen Zyklus zu tracken. 

Witzige Story am Rande: Die Apothekerin haute es fast von den Socken als ich ihr sage, dass ich es für die natürliche Verhütung benötigte. Ich wollte ihr nicht lange und breit erklären, dass ich einfach meinen Zyklus beobachten wollte. “Das macht man doch heute nicht mehr” sagte sie ganz entgeistert, “wenn, dann verhütet man mit Kondom”. 

Verhütungsmethoden ohne Hormone

Wie schon oben erwähnt, ist für mich als Singlefrau die einzige verantwortungsvolle Verhütungsmethode das Kondom. 

Was mich bei meinen Recherchen am meisten überrascht hat: die einzelnen Verhütungsmethoden sind keineswegs so unsicher, wie es oft vermittelt wird. Meistens scheitert es nicht an der Methode selbst sondern an der Anwendung!

Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten.

Dabei gibt es die Methodensicherheit und die Anwendersicherheit. Die Methodensicherheit sagt aus, wie sicher die Methode bei fehlerfreier Anwendung ist.  Die Anwendersicherheit, wie viele Frauen tatsächlich schwanger werden. 

In diesem Artikel beziehe ich mich häufig auf das Buch “Verhüten ohne Hormone. Alternativen zu Pille & Co.“* weil es meiner Ansicht nach das beste Buch auf dem Markt zum Thema natürliche Verhütung ist.

Die Autorin, Dr. Dorothee Struck hat einen Instagram-Kanal auf dem sie wertvolle Informationen rund um das Thema liefert. Auf ihrer Seite als Frauenärztin findest du auch Webinare und Kurse. 

Coitus Interruptus

Laut dem Buch von Doc Dodo liegt die Methodensicherheit des Coitus Interruptus bei 4, was mich extrem überrascht hat! Würde diese Methode zuverlässig angewendet werden, wäre sie gar nicht so unsicher.

In der Praxis werden jedoch ca. 18 von 100 Frauen schwanger, was wieder ein ganz anderes Licht auf die Sache wirft. Coitus Interruptus ist also wirklich nur eine Methode für Paare, die nichts dagegen haben, wenn doch eine Schwangerschaft eintreten sollte.

Diaphragma, Portiokappe & Co.

Eins will ich vorab schon verraten: Sollte ich jemals eine Beziehung haben, liebäugele ich durchaus mit einer dieser Methoden. Dr. Struck empfiehlt Diaphragma und Co., hat etliche Modelle angepasst und auch persönlich die besten Erfahrungen mit dieser Art zu verhüten. 

Für mich persönlich wäre ein Diaphragma bisher nie in Frage gekommen. Erstens kenne ich keine Frau, die damit verhütet und zweitens kann ich mich noch an die Artikel aus der Bravo erinnern. Da wurden eigentlich immer nur Pille und Kondom als sichere Verhütungsmittel vorgestellt. 

Außerdem kannte ich lange Zeit nur die Bezeichnung “Diaphragma” und wusste gar nicht, dass es Portiokappen, Femcaps und das Lea Contraceptivum so wie das Caya-Diaphragma sind.

Alle diese Barrieremethoden verhindern, dass Spermien in den Muttermund gelangen. Spermienhemmendes Gel sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Lea und Caya gibt es in Einheitsgrößen. die anderen Modelle müssen individuell angepasst werden, da auch Frauen anatomisch unterschiedlich gebaut sind. 

Das Caya Diaphragma kannst du dir sogar bequem übers Internet bestellen! Sprich aber bitte vorher unbedingt mi einer versierten Frauenärztin und lass dir die Handhabung erklären oder überprüfen.  Schau dir auf Amazon einfach mal die Bewertungen an – schon allein die sind total spannend zu lesen! 

Was auch spannend ist und ich vorher nicht wusste: zwar schützen diese Barrieremethoden nicht vor Geschlechtskrankheiten. Frauen haben laut dem Buch von Dr. Struck jedoch weniger Eileiterentzündungen und Infektionen, weil es Keime nicht bis zum Muttermund schaffen. 

Wenn du dich für eine dieser Barrieremethoden entscheiden möchtest, lass dich unbedingt von einer erfahrenen und spezialisierten Frauenärztin beraten! Der Pearl Index variiert hier sehr stark und es ist besonders auf eine sorgfältige Anwendung zu achten!

Verhütung ohne Hormone mit der Kupferspirale

Zu den sehr sicheren Methoden gehört auch die Kupferspirale. Sie wirkt, indem die Kupferionen Spermien abtöten. Dass sie zudem eine dauerhafte Entzündung der Gebärmutterschleimhaut bewirkt, ist laut Dr. Struck bei modernen europäischen Modellen nicht der Fall. 

Nach Dr. Struck ist das Einsetzen auch meistens komplikationsfrei und verursacht bei den meisten Frauen keine starken Schmerzen. Sie nimmt die Bedenken und Ängste der Frauen jedoch sehr ernst und empfiehlt für den Fall des Falles auch Schmerzmittel!

Die Kupferspirale kann zu Zwischenblutungen führen und es kann in sehr seltenen Fällen passieren, dass sie verloren geht. 

Neuere Methoden, die durch Kupferionen Schwangerschaften verhindern, sind die Kupferkette und der Kupferperlenball, die auch beide in die Gebärmutter eingesetzt werden. 

Die Verhütung mit der Kupferspirale ist sehr sicher und hat einen hohen Pearl-Index. Je nach Modell kann die Spirale bis zu zehn Jahre lang in der Gebärmutter bleiben. Der große Vorteil ist natürlich, dass nach dem Einsetzen in Sachen Verhütung an nichts mehr gedacht werden muss.

Ob eine Frau sich damit wohlfühlt, einen Fremdkörper in der Gebärmutter zu tragen und wie groß die Hemmschwelle wegen möglicher Probleme wie Schmerzen und Blutungen sind, muss jede Frau individuell entscheiden!  

Symptothermale Methode: Temperatur, Zervixschleim, Muttermund

Basiswissen: Der Zyklus der Frau unterteilt sich in 2 Phasen, eine Phase vor dem Eisprung (Tiefphase) und eine Phase nach dem Eisprung. Das Ei ist nur ca. 24 Stunden lang befruchtungsfähig. Da Spermien in der Vagina länger überleben können, kann eine Frau auch dann schwanger werden, wenn sie vor dem Eisprung ungeschützten Sex hat. 

Mit natürlichen Methoden wird der Zyklus beobachtet und der Eisprung festgestellt. Achtung: Der Eisprung kann nur im Nachhinein festgestellt und niemals zuverlässig berechnet oder geschätzt werden, weswegen die Kalendermethode eine äußerst ungenaue Methode darstellt!

Die natürliche Empfängnisregelung besteht aus:

  • Messen der Basaltemperatur und
  • Beobachten des Zervixschleim und/oder Abtasten des Muttermundes

Bei richtiger Anwendung funktioniert die natürliche Empfängnisregelung genau so sicher wie die Pille und hat einen Pearl Index von 0,4. Voraussetzung ist natürlich eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und eine konsequente Anwendung!

Kondom

Wusstest du, dass 80 % aller Männer die falsche Kondomgröße verwenden? Ich auch nicht!

Aus meiner persönlichen Erfahrungen und vielen Erzählungen wollen sehr viele Männer keine Kondome verwenden. Und dass, obwohl es neben der verhütenden Wirkung auch eine der wenigen Methoden ist, die Geschlechtskrankheiten verhindern kann.

Oft wird die Ausrede (?) verwendet, Kondome seien unbequem oder der Mann würde damit nichts empfinden. Oder die Erektion bleibt einfach nicht bestehen, sobald ein Kondom ins Spiel kommt.

Gut, ich habe keinen Penis aber aus meiner Sicht sollte das Anlegen eines Kondoms einfach oft genug geübt werden. So, dass es zur Gewohnheit wird und keinen Störfaktor mehr darstellt.

Die Kondomsorte, die richtige Größe sowie ein Tropfen Gleitgel (im Kondom!) können helfen, das Erlebnis gefühlsechter zu gestalten. 

Über Kondome werde ich nun nicht noch weiter predigen, zumal ich denke, dass diese Methode den meisten Menschen bekannt ist.

Das Kondom für die Frau

Was ich nämlich vieeeel spannender finde ist das Femidom!

Hast du davon schon mal gehört? Wenn ja, auch schon angewendet?

Neugierig bin, habe ich das Internet nach Erfahrungen durchforstet. Meine Erkenntnis: Es polarisiert! 

Vom “Gefühl, mit einem Plastikschlauch zu schlafen” bis hin zu “fast wie ohne Kondom” ist alles an Meinungen und Erfahrungen dabei. Darunter mischen sich Ratschläge. Es müssee einfach nur die richtige Marke sowie genug Gleitgel (innen und außen) verwendet werden.

In Foren wird diese Marke* empfohlen:

 

Im Gegensatz zum Kondom kleidet das Femidom die Vagina inwändig aus und der Penis kann sich darin frei bewegen. Dabei hat es an den Enden jeweils einen Ring. Einen an der geschlossenen Seite, der in die Vagina soll und dort für den richtigen Sitz sorgt. Der andere an der offenen Seite ragt aus der Vagina heraus.

Die Nachteile: Es erfordert offensichtlich Übung, um den Ring einzusetzen. Femidome sind im Vergleich zu normalen Kondomen etwas teuer. Auch an den Anblick, dass Plastik aus der Vagina ragt, muss man sich wohl erst einmal gewöhnen. Einige berichten, dass die Ringe ein bisschen stören. 

Allerdings kann eine Frau das Femidom schon vorab einsetzen. Es soll, richtig angewendet, auch schön am Platz bleiben.

Die Anwendersicherheit liegt ungefähr bei 8 Schwangerschaften pro hundert Frauenjahre, etwas unsicherer als beim Kondom. Die Gründe dafür sind ungeklärt. Das könnte daran liegen, dass Spermien aus dem Femidom herauslaufen und sich im Intimbereich der Frau verteilen können. Oder dass der Penis nicht in das Femidom findet.

Alles in allem: Eine Option, die ich durchaus einmal ausprobieren würde!

Persönliches Fazit

Wäre ich in einer Beziehung, würde ich mir wieder die NFP-App holen und mit der symptothermalen Methode verhüten. Nachdem ich meinen Zyklus monatelang getrackt habe, habe ich sehr großes Vertrauen in diese Methode. Ich bin mir sicher, dass es dadurch zu keiner Schwangerschaft kommen würde. 

Mittlerweile gibt es schon etliche Verhütungscomputer und Systeme*, die die Messwerte direkt in eine App übertragen. Das wäre eine Überlegung wert, um mir das händische Eintragen zu ersparen. Es müsste dann allerdings ein System sein, bei dem ich auch jederzeit Einsicht in meine Zyklusdaten habe. 

An den fruchtbaren Tagen würde ich Kondome verwenden und sogar den Einsatz eines (Caya-)Diaphragmas in Erwägung ziehen. Sofern es hier in in meiner Gegend eine Frauenärztin gibt, die sich bei dieser Methode gut auskennt!

Auch das Femidom würde ich zu gerne einmal ausprobieren, allein schon aus reiner Neugier!  

Spirale und Co. sind für mich eher unattraktiv, da ich mich mit dem Gedanken, einen Fremdkörper in der Gebärmutter zu tragen, nicht so gut anfreunden kann. Ausschließen würde ich es dennoch nicht ganz. 

Menstruation, Zyklus und natürliche Verhütung: Empfehlungen aus dem Artikel

Besonders wenn du dich entweder für Diaphragma und Co. interessierst oder aber überlegst, dir eine Kupferspirale einsetzen zu lassen, empfehle ich dir das Buch von Dr. Struck! Damit kannst du dir wirklich ein umfassendes und realistisches Bild machen! 

Um die Temperatur zu messen, verwende ich das Basalthermometer von Cyclotest Lady*. 

Menstruationstasse: ich habe mir vor Jahren die Menstruationstasse von MeLuna*, Classic, Größe M und mit dem Ring gekauft und verwende sie bis heute jedes Monat. Es hat aber eine Zeit lang gebraucht, bis wir uns zusammengerauft hatten.

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ließ ich es erst einmal bleiben und die Tasse lag 2-3 Monate unbenutzt herum. jetzt geht es so easy, dass ich mich frage, wie ich da früher herumgefuhrwerkt habe.

Es gibt mittlerweile sehr viele Tassen am Markt, lest euch am besten durch die Bewertungen.

Ich habe mir außerdem überlegt, für starke Tage “zur Absicherung” periodenfeste Utnerwäsche zu kaufen. Vor allem beim Sport habe ich nämlich immer ein bisschen Angst, dass durch den weißen Kampfanzug etwas durchsickern könnte. Dabei sind mir speziell Hersteller wie Ooshi und Thinx untergekommen. Falls jemand Erfahrung damit hat, bitte hinterlasst mir gerne einen Kommentar. 

Hinweis zu Werbung: Werbelinks sind mit * gekennzeichnet. Bei den Links zur myNFP-App und zu den Websiten von DocDodo, Thinks und Ooshi handelt es sich um unbezahlte Werbung!

Beitragsbild: Pexels

2 Kommentare zu “Verhüten ohne Hormone: Schutz nach dem Absetzen der Pille